Warum überhaupt Mondsee?
Nun, es ist ja nicht unbedingt alltäglich, dass man eine Woche nach einem
aufgegebenen Hitze-Marathon gleich einen
Halbmarathon anhängt, aber ich habe mich einfach so gut gefühlt, dass ich -
entsprechendes Wetter vorausgesetzt - meinen
Hausrekord (1:25:55) auf dieser nicht allzu schnellen Strecke angreifen
wollte. Außerdem waren die 10k und 15k in der Marathon-Vorbereitung (nach
Peter Greif) so viel
versprechend ... kurz, ich wähnte mich in DER Form!
Bedingungen
Die ganze Woche war es stinkeheiß (30°), doch am Vorabend die große
Hoffnung in Form eines Gewitters mit ordentlicher Abkühlung. Leider hielten
die vergleichsweise angenehmen Temperaturen von etwa 20° nur bis zur Hälfte
des Rennens, dann hatten wir wieder Sonne (manche nennen das ja
Schönwetter)!
Alles andere optimal: eine relativ kurze, einstündige Anreise am Morgen,
beste Ortskenntnis, unkomplizierte Formalitäten, routinierte
Startvorbereitung - nicht zuletzt dank wertvoller Mithilfe seitens E.!
Das Rennen
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Und schon knallte der Böller und etwa 1000 Läufer stürmten los ... und
das meine ich wörtlich: man könnte meinen, jemand wäre hinter ihnen her,
denn obwohl ich mich kräftig zurückhalte und mich von sehr vielen überholen
lasse, laufe ich den ersten Kilometer in 3:40! Quiiiitsch: gleich einmal
kräftig auf die Tempobremse ...
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Puls / Geschwindigkeitsdiagramm
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Grafik: Widmann |
Ich versuche, mich an das (gegenüber dem Marathon) geänderte Tempo von
etwa 4'00" zu gewöhnen, was mir eigentlich das ganze Rennen über nicht so
richtig gelingt - oder stimmt die Vermutung, dass etwa bei km 11 die eine
oder andere Markierung nicht gestimmt hat? Ganz abgesehen davon, dass die
letzten Kilometer ja sowieso immer länger werden ...
Aber ein HM ist schon eine relativ kurze Sache (und für manche ist sie ja
noch eine viel kürzere - seufz!): ja, klar, zum Plagen ist es bei jedem
Lauf, den man ernst nimmt und die ungeahnten Höhen von HF 194 ungefähr bei
km 19 zeigen, dass ich es mir wirklich nicht leicht gemacht habe, aber als
ich im Ziel die ersten Versuche meines Magens überstehe, die Peristaltik zu
überlisten (= kotzen), erhole ich mich rasch, begrüße meine Eltern, trinke
ein paar Becher und esse das eine oder andere Stück Kuchen. Nach einem
Marathon - oder auch nur nach einer der berühmten "endbeschleunigten"
35er-Einheiten von Papa Greif - unvorstellbar!
Elke hat mich übrigens wieder hervorragend gecoacht: pünktlich war sie alle
5 km an meiner Seite und bei km 5 hat die Läufergruppe gleich ein
kollektives Loblied auf sie angestimmt, als ich die Wasserflasche kreisen
habe lassen ... so eine E hätten die wohl alle gerne ;-) Besonders ihre
aufmunternden Worte gegen Ende waren Goldes wert!
Und?
Das Resümee des Vormittags: super eigentlich! Der Hausrekord ist zwar
Hausrekord geblieben, aber die 1:27:13 sind in Anbetracht der Umstände
(immerhin hat ja auch ein Günter Strachon ~ 4' auf seine Vorjahreszeit
verloren) auch nicht zu verachten - das beweist vor allem meine Platzierung
(22.
der Klasse, 78. insgesamt), denn so weit vorne war ich prozentuell
gesehen noch nie!
Und ganz nebenbei habe ich es meinen müden Knochen wieder einmal gezeigt,
wer der Herr im Haus ist ... schade ist nur, dass ich mich jetzt in dieser
großartigen Form befinde und es wirklich zu heiß für Bestzeiten war / ist.
aber vielleicht im Herbst? Oder nächstes Jahr in Linz am 18.4.2004? |