Casale Marathon

WiMa.gif (23848 Byte) by Cornelia Hirschmann

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Riva (66 m) - Varignano (101 m) - San Giovanni al Monte (1051 m) - Malga val Bona 1265 m - Mt. Casale (1632 m) - Comano (619 m) - Lundo (754 m) - San Giovanni al Monte (immer noch 1051 m) und retour (vgl. Moser Bike Guide, Tour 15 & 28 bzw. „Mt. Casale Marathon"): 62 km, 2900 hm, 6:05 reine Fahrzeit, 60 km/h max.

Obwohl wir von den letzten Tagen eigentlich schon leicht gezeichnet sind, setzt sich erneut der Bike-Virus in unserem Nervensystem durch: irgendwie reizt uns der Casale - Marathon ... oder zumindest ein Teil davon.

Anstelle mit dem Auto (wie Moser vorschlägt) nach Varignano zum Beginn des Marathons zu fahren, nehmen wir ein wesentlich universelleres Verkehrsmittel: unsere Bikes! Von diesem recht romantischen Plätzchen (M&M genießen das allerdings nur sehr nebenbei) geht es tlw. ganz schön streng auf Asphalt erstmal 1000 hm bergauf - streng auch wegen der ungehinderten Sonneneinstrahlung auf dieser Seite des Berges. Soviel zu Moser’s 15er Tour.

In San Giovanni orientieren wir uns kurz und machen uns bald auf Richtung Monte Casale. Und was jetzt folgt ... naja; zuerst geht ja alles noch recht gut: wir lassen uns auf keine „G’spürsachen" mehr ein und sehen deshalb lieber einmal mehr als einmal zu wenig in Plan bzw. Tourbeschreibung nach, was das ganze ein wenig zerhackt; doch soll sein!

Einen kleinen Auszug aus dem Führer - sozusagen als „Stilblüte" - will ich dem p.t. Leser nicht vorenthalten ... nur um klarzulegen, wie man diesen schönen Sport zur Farce machen kann: „Am Gebäude vorbei, nach 120 m der Graswegspur etwa 50 m rechts bergauf folgen und links auf die auf den Bergrücken entlangführende Pfadspur abzweigen. Nach 250 m dem Grasweg leicht links durch die kleine Senke folgen, wieder rechts halten, in der Nähe des Schildes „Aqua" (in etwa 30 m Entfernung) vorbei und bald dem Pfad durch das Wäldchen folgen." - Wer das beim erstenmal durchlesen kapiert, möge sich bei mir melden ...

Fluchend, schwitzend und kratzend hanteln wir uns 50 meterweise durch teilweise brusthohes Unterholz in Richtung eines „Hauses mit blauen Fensterläden" (und beten, daß sie diese inzwischen nicht gestrichen haben), freuen uns, daß es noch steht und kämpfen weiter bis schließlich der Weg wieder ein wenig bebikebarer wird und wir oberhalb teilweiser ganz gewaltiger Felsabbrüche (Vendesi) vorbeikommen.

Bald sind wir auch auf dem regulären Schotterweg auf den Casale (verfolgt von Pferdebremsen, die locker durch eine Radhose durch stechen können ... ich kann es Dir beweisen!). Dank dieser Wut im Bauch treten wir sogar die 24%ige Steigung bis zum Rifugio und gleich weiter bis zum Gipfel hinauf.

vt97casl.gif (61910 Byte) Oben angekommen ... wirklich ein ganz gewaltiger Gipfel! Wiedermal ein steiler Abbruch nach Osten hin (Val Busa) ... und außerdem gute Möglichkeiten für ein paar getrickste
Fotos. Wenig später sitzen wir im Rifugio bei Wasser und Panini und wieder ein wenig
später machen wir uns auf den Weg in Richtung Comano - ein gut 1000 hm langer Downhill. Ach ja: bereits hier beschließen wir, den Marathon NICHT zu fahren und den Monte Misone auszulassen - zu sehr hat die Dschungeldurchquerung an unseren ohnedies bereits vorher vt97csl2.gif (54468 Byte)
„angepeckten" Kräften gezehrt.

Der Downhill war gelinde gesagt ein Sch... - irgendwie weder was zum Fetzen noch was zum Herumspielen; irgend so ein Mittelding, bei dem einem nur die Hände, Arme und Schultern zu schmerzen beginnen (gelle, Manitou-Manfred?).

Von Comano aus geht die Sucherei weiter ... doch irgendwie (beim 2ten Stein links) finden wir nach Lundo, wo wir uns im Dorfbrunnen erstmal kräftig erfrischen und unserem Plantschtrieb so richtig freien Lauf lassen. Von Lundo aus (Was ist ein „Steinschuppen"? Ein Schuppen aus Stein oder ein Schuppen mit Steinen drinnen? Solche Fragen drängen sich beim Moser-Quiz auf ...) geht’s im gewohnten Stop and Go fast immer im dichten Wald weiter bis zur Malga di Vigo, wo wir kurz zögern. Sollen wir geradeaus und dann irgendwie zum Trial-Downhill nach Varignano oder besser doch auf der sicheren Seite zuerst zurück nach San Giovanni?

Wir entscheiden uns für letzteres - „demdaoben"-sei’s-gedankt - und fahren den letzten Kilometer in den Ort hinein! Nach den obligaten „Gimme five" - „Kaunst zehne a hom!" entscheiden wir uns freiwillig (!) für den Asphalt hinunter nach Varignano ... so müde waren wir bereits.

Und gleich bei einer der ersten Kehren macht sich doch tatsächlich mein Alvarez-Nachbau-Bremsgummi selbständig ... man kann nur von Glück reden, daß ich noch nicht schneller war, und außerdem schon vorher ein ungutes Gefühl beim Bremsen gehabt habe. Notdürftig reparieren wir den Schaden und AM bekommt von mir die Freigabe, sich ohne auf mich warten zu müssen, die 1000 hm Asphalt so richtig reinzuziehen ... ich hingegen (boohooohooo) rolle schön langsam hinunter - immer bedacht darauf, ja nicht zu schnell zu werden - voi fad! Und das schlimmste: ich muß mich von ein paar Autos und sogar von Vespas überholen lassen ... grrrr ... aber wartet nur, wenn ich wieder ... hmmmpfffff!

Ok, Manfred wartet unten, er erzählt mir die neuesten Gschichterln vom runterfahren (gnagnagna!) und wir rollen zurück nach Riva ... die letzten paar Kilometer der

Veloceraptor Technica ‘97

... und nächstes Jahr wird alles noch viel schöner und wir werden uns besser einlesen und Hannes & Heinz mitnehmen und in Torbole wohnen und auch den Pasubio fahren und den Tremalzo nochmals bei schönem Wetter und am Monte Brione soll’s die ultimativen Trials geben und ... aber eigentlich war’s auch heuer schon total geil!

 

© Manfred Widmann

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