Dolinza Alm - Villach

WiMa.gif (23848 Byte) by Cornelia Hirschmann

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Dolinza Alm (1480 m) -Rif Nordio Deffar (1210 m) - Ugovizza (900 m) - Camporosso (819 m) - Bartolosattel (1173 m) - Achomitz (640 m) - Nötsch (569 m) - Villach (501 m) - Dobratsch/Parkplatz (1733 m) - Villach (501 m): 102 km, 1737 hm, 4:56

Wie versprochen, stehen wir nicht zu bald auf ("Weu ausschlofn mecht i mi scho" sagte unsere Wirtin am Vorabend) und stärken und für den letzten Tag mit Kaffee, Schwarzbrot (die Semmerl bleiben alle über), Marmelade und Käse.

Wieder auf den Bikes, überqueren wir wiedereinmal die Grenze und sind nochmals in "bella Italia", und das zeigt sich wirklich gleich einmal von seiner wildesten Seite: der Trail (oder soll ich sagen: das Bacherl) Richtung Camporosso ist wirklich an der Grenze des fahrbaren - manchmal darüber. 

Nach und nach treffen wir beim Rif. Nordio Deffar ein ... und von da an gibt es kaum mehr ein halten: wiedereinmal 400 - 500 Höhenmeter, die auf uns warten, vernichtet zu werden - mit einem Unterschied: wir haben sie uns heute noch gar nicht verdient! Ist irgendwie so, als wenn man auf einem Berg geboren wurde: dann hat man für immer eine negative Höhenmeter-Bilanz ...

Dann der kurze Besuch im Kanaltal: irgendwie hält uns hier gar nichts, obwohl es anscheinend hier viel Wein und Käse gibt. Diagnose: akute Bikeitis; Therapie: Bartolosattel.

Auch wenn sie es uns nicht gerade leicht machen: wir finden das Bartolo-Tal und beginnen mit der Auffahrt. Wieder findet jeder für sich seinen Rhythmus, jene Kombination aus Frequenz und Übersetzung, die genau passt.

Nach zwei Dritteln dann ein eigenartiges, wunderschönes Hochplateau mit einigen Ferienhäusern und dann der letzte Anstieg zum Sattel - gar der letzte Anstieg der Tour? Na, wir werden sehen ...

Schon wieder geht es runter, daran könnte man sich ja fast schon gewöhnen. Herbert, Wolfgang und ich gleiten das gemütliche Forststraßerl runter und können uns erst relativ spät so weit einbremsen, dass wir auf Wilfried und Silvia warten. Wir warten und warten und tratschen und tratschen (pardon: bei uns Männer heißt das ja: diskutieren) und gerade als wir uns entschließen, zurück zu fahren und die beiden zu suchen, rollen sie auch schon heran: ein Patschen hat sie aufgehalten - diesmal hat es Willfried erwischt.

Bald rollen wir durch Achomitz, jenes Dorf, das damals zur Zeit der "Österreichischen Adler" als Springerdorf  bekannt wurde - eine kleine, aber für uns trotzdem eindrucksvolle Schanze steht auch irgendwo herum ...

Auf dem Radweg geht es nach Nötsch - zum Spar. Wir verdrücken die Jause vor dem Geschäft und überlegen, wie es weitergehen kann: irgendwie ist es noch ziemlich bald und sooo viel haben wir auch noch nicht gemacht - zumindest heute noch nicht. Am Pressegger See relaxen? Nach Mauthen den Bus holen? Gleich heim? Morgen auch noch da bleiben? Mit dem Zug heim? Noch auf den Dobratsch?

Lange, lange Diskussionen, viele Meinungen - und schließlich die Pläne: Herbert und Wilfried wollen gemeinsam den Bus holen, Silvia und Wolfgang lassen es beim Pressegger See ausklingen und ich will noch auf den Dobratsch und dann (eh kloa: a Greana!) mit dem Zug nach Hause.

Wir verabschieden uns von einander und ich tigere auf dem Radweg von Nötsch nach Villach: es geht immer leicht bergab, darum geht es wirklich flott dahin - der Hunger auf den nächsten Berg tut wohl auch das seinige dazu.

So, in Villach wäre ich aber wo bitte ist jetzt der Dobratsch? Ein Biker, den ich bei einem Wohnhaus stehen sehe gibt mit bereitwillig Auskunft: "Jo, do foasd do umi und daun bei da Abodegn noch rechds und daun findsd das e glei!"

Am Weg dorthin erwischt mich noch ein Billa und ich tanke noch einmal auf: irgendwie bin ich nicht mehr allzu frisch, so wirklich auf Speed werde ich nicht mehr machen können ... aber wird schon passen!

Schon beginnt die Mauthstraße - ICH muss nur winken, Stinkemeier müssen blechen, HA - und Kehre um Kehre schraube ich mich den Berg hoch. Ganz anders als bei "Bikereien" ist so ein Straßenberg fast schon etwas kontemplatives, ruhiges, fast könnte man vergessen, dass man fährt. VIELE Gedanken kommen einem da ...

Oben am Parkplatz bin ich wieder einmal Max Mars (vom Interesse der Touristen her) und verzichte auf den "Kaffe mit Schlachsahne und Apfelstrudel". Stattdessen verdrücke ich den Rest meiner Jause, lege "ordentlich auf" und mache mich mit ordentlich "Zivilisations-Wut" auf den Weg nach unten. Und - eh kloa: zumindest einer muss immer dran glauben; ein Auto muss überholt werden, das gebietet schon die Bikerehre.

In Villach dann die Frage: Kaffeehaus? Oder doch gleich zum Bahnhof? Irgendwie bin ich unsicher, ob die Zugzeiten wirklich ok sind, die mir die Auskunft in Kötschach/Mauthen genannt hat, darum besser auf Nummer sicher! Und tatsächlich: natürlich stimmen nur die Verbindungen, die ich mir zu Hause aufgeschrieben habe ... aber das ist eine andere Geschichte! Leider eine traurige ...

 

© Manfred Widmann

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