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Wieder auf den Bikes, überqueren wir wiedereinmal die Grenze und
sind nochmals in "bella Italia", und das zeigt sich
wirklich gleich einmal von seiner wildesten Seite: der Trail (oder
soll ich sagen: das Bacherl) Richtung Camporosso ist wirklich an der
Grenze des fahrbaren - manchmal darüber.
Nach und nach treffen wir beim Rif. Nordio Deffar ein ... und von
da an gibt es kaum mehr ein halten: wiedereinmal 400 - 500
Höhenmeter, die auf uns warten, vernichtet zu werden - mit einem
Unterschied: wir haben sie uns heute noch gar nicht verdient! Ist
irgendwie so, als wenn man auf einem Berg geboren wurde: dann hat
man für immer eine negative Höhenmeter-Bilanz ...
Dann der kurze Besuch im Kanaltal: irgendwie hält uns hier gar
nichts, obwohl es anscheinend hier viel Wein und Käse gibt.
Diagnose: akute Bikeitis; Therapie: Bartolosattel.
Auch wenn sie es uns nicht gerade leicht machen: wir finden das
Bartolo-Tal und beginnen mit der Auffahrt. Wieder findet jeder für
sich seinen Rhythmus, jene Kombination aus Frequenz und
Übersetzung, die genau passt.
Nach zwei Dritteln dann ein eigenartiges, wunderschönes
Hochplateau mit einigen Ferienhäusern und dann der letzte Anstieg
zum Sattel - gar der letzte Anstieg der Tour? Na, wir werden sehen
...
Schon wieder geht es runter, daran könnte man sich ja fast schon
gewöhnen. Herbert, Wolfgang und ich gleiten das gemütliche
Forststraßerl runter und können uns erst relativ spät so weit
einbremsen, dass wir auf Wilfried und Silvia warten. Wir warten und
warten und tratschen und tratschen (pardon: bei uns Männer heißt
das ja: diskutieren) und gerade als wir uns entschließen, zurück
zu fahren und die beiden zu suchen, rollen sie auch schon heran: ein
Patschen hat sie aufgehalten - diesmal hat es Willfried erwischt.
Bald rollen wir durch Achomitz, jenes Dorf, das damals zur Zeit
der "Österreichischen Adler" als Springerdorf
bekannt wurde - eine kleine, aber für uns trotzdem eindrucksvolle
Schanze steht auch irgendwo herum ...
Auf dem Radweg geht es nach Nötsch - zum Spar. Wir verdrücken
die Jause vor dem Geschäft und überlegen, wie es weitergehen kann:
irgendwie ist es noch ziemlich bald und sooo viel haben wir auch
noch nicht gemacht - zumindest heute noch nicht. Am Pressegger See
relaxen? Nach Mauthen den Bus holen? Gleich heim? Morgen auch noch
da bleiben? Mit dem Zug heim? Noch auf den Dobratsch?
Lange, lange Diskussionen, viele Meinungen - und schließlich die
Pläne: Herbert und Wilfried wollen gemeinsam den Bus holen, Silvia
und Wolfgang lassen es beim Pressegger See ausklingen und ich will
noch auf den Dobratsch und dann (eh kloa: a Greana!) mit dem Zug
nach Hause.
Wir verabschieden uns von einander und ich tigere auf dem Radweg
von Nötsch nach Villach: es geht immer leicht bergab, darum geht es
wirklich flott dahin - der Hunger auf den nächsten Berg tut wohl
auch das seinige dazu.
So, in Villach wäre ich aber wo bitte ist jetzt der Dobratsch?
Ein Biker, den ich bei einem Wohnhaus stehen sehe gibt mit
bereitwillig Auskunft: "Jo, do foasd do umi und daun bei da
Abodegn noch rechds und daun findsd das e glei!"
Am Weg dorthin erwischt mich noch ein Billa und ich tanke noch
einmal auf: irgendwie bin ich nicht mehr allzu frisch, so wirklich
auf Speed werde ich nicht mehr machen können ... aber wird schon
passen!
Schon beginnt die Mauthstraße - ICH muss nur winken, Stinkemeier
müssen blechen, HA - und Kehre um Kehre schraube ich mich den Berg
hoch. Ganz anders als bei "Bikereien" ist so ein
Straßenberg fast schon etwas kontemplatives, ruhiges, fast könnte
man vergessen, dass man fährt. VIELE Gedanken kommen einem da ...
Oben am Parkplatz bin ich wieder einmal Max Mars (vom Interesse
der Touristen her) und verzichte auf den "Kaffe mit
Schlachsahne und Apfelstrudel". Stattdessen verdrücke ich den
Rest meiner Jause, lege "ordentlich auf" und mache mich
mit ordentlich "Zivilisations-Wut" auf den Weg nach unten.
Und - eh kloa: zumindest einer muss immer dran glauben; ein Auto
muss überholt werden, das gebietet schon die Bikerehre.
In Villach dann die Frage: Kaffeehaus? Oder doch gleich zum
Bahnhof? Irgendwie bin ich unsicher, ob die Zugzeiten wirklich ok
sind, die mir die Auskunft in Kötschach/Mauthen genannt hat, darum
besser auf Nummer sicher! Und tatsächlich: natürlich stimmen nur
die Verbindungen, die ich mir zu Hause aufgeschrieben habe ... aber
das ist eine andere Geschichte! Leider eine traurige ...
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