Mauthen - Dolinza Alm

WiMa.gif (23848 Byte) by Cornelia Hirschmann

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Mauthen (707 m) - Gailtal-Radwanderweg - Rattendorf (600 m) - Postran - Garnitzenalm (1640 m) - Egger Alm (1419 m) - Dellacher Alm (1365 m) - Koutschitz Alm (1100 m) - Dolinza Alm (1480 m): 69 km, 1814 hm, 4:46

Aufstehen, sieben Sachen packen, Frühstück, Lagebesprechung: schön langsam wird es Routine! Wir beschließen, uns wegen des zu erwartenden Autoverkehrs über das Nassfeld eine Grenzüberquerung zu sparen und der beschriebenen Tour erst wieder ab der Egger Alm zu folgen.

Dafür ist es notwendig, den Gailtal-Wanderweg gut 32 km weit bis ??? zu folgen. Wir bringen diese Strecke "high speed" hinter uns - zumindest für meine Verhältnisse; wahrscheinlich tun sich die Rennrad-erfahrenen Mitradler da leichter. Erwähnenswert an dieser Strecke? Hmmm: wir waren in Rattendorf  in einem Spar zwecks Vervollständigung des Proviants ... uuuuund ... ah ja: das Schigebiet Nassfeld haben wir auch gesehen! Kurz: wahnsinnig aufregend halt!

Ohne Probleme finden wir die gesuchte Forststrasse - oder eigentlich besser

 "Fast-Autobahn": wir mutmaßen, dass die ÖBF (Österreichischen Bundesforste) da ihren Jägern ein Zucker-Strasserl gebaut haben. Wunderschön, neu, aber enorm steil: mit einem Allrad-Jeep sicher kein Problem! Nur leider haben unsere Stollentiger 

Afoch irrsinnig vü Laundschoft ...

Foto: M. Widmann

nicht diese PS unter der Haube; alles was die antreibt, sind unsere Oberschenkel.

 

Die gut 900 hm vergehen doch einigermaßen schnell und ich mache mit Wilfried aus, dass ich zur Alm weiterfahren werde, und dort warte, falls sie bewirtschaftet ist. Als ich dort ankomme, bin ich mir dessen gar nicht sicher, aber es ist so schön 

dort, dass ich mich nicht losreißen kann. Ein wenig Wasser aus der gefassten Quelle und ein paar Keks in herrlicher Landschaft ... ich genieße die Wartezeit  wirklich!

Nach einiger Zeit kommt ein Welser Lehrerpärchen (sie, Spannraft, war einmal mit einem Ex-Nachbarn verheiratet; er, Lehrer am BRG, war vor kurzem beim Gugl-Meeting, wo ich mit ihm ein wenig herumgeflachst habe) und setzten sich forsch zur Alm, wo sie auch bald ein steinalter Mann bedient ("A Müli homma und a Bier und a Kasbrot kennts a hom!"). Gleich darauf sind auch "meine" Helden da, wir setzen uns an einen Tisch und trinken Skiwasser und essen Käsebrote.

Wasser und Kekse!

Foto: M. Widmann

Noch eine kurze Frage nach dem Weg (und der Verwunderung, wie wenig sich die Wirtsleute da heroben auskennen) und 200 - 300 hm werden genussvoll in herrlichster Almgegend vernichtet - sogar eine kleine Flussdurchquerung haben "sie" für uns eingebaut.

Auf der einen Seite runter - auf der anderen wieder hinauf: so ist es nun einmal im Leben und vor allem auch beim Biken. Wir treffen bei der Garnitzenalm wieder auf die beschriebene Tour und rasten buchstäblich auf einem Grenzstein.

Ab da wird es ein Stückerl abenteuerlich: zunächst "trialig" bergab, später immer wilder, dann schließlich unfahrbar - eine kleine Tragestrecke zur Auflockerung halt. Doch bald - lange bevor es zu nerven beginnt - kommen wir wieder auf eine "schöne" Schotterstraße, die bald (nach Überquerung des Kersnitzensattels) zur Eggeralm führt.

Die Eggeralm schockt uns - zumindest einige von uns (mich inbegriffen): Asphaltstrasse, jede Menge Autos, unzählige Ferienhäuser, einige Resti's, sogar ein Halteverbotsschild! DAS brauchen wir wirklich nicht - DER Kulturschock ist zu heftig!

Wir fahren weiter: auf dem Wanderweg anstelle der breiten Asphaltstrasse (der ist ja wirklich nur zum Überqueren gut, was Heli?) erreichen wir, vorbei an jeder Menge Rindviecher, die Dellacher Alm. Bei einer längeren Rast mit Kaffee, Kuchen und Hollersaft beratschlagen wir, was wir noch machen wollen. Es ist noch nicht allzu spät und so beschließen wir, noch auf die Dolinza Alm zu treten und dort zu übernachten.

Das ist leichter gesagt, als getan: wo ist nur der Weg? Frage: bis zu den Naben im Gatsch ... ist DAS der Weg? Nee ... da oben ... ah, Scheiße ... nein, kein Fluch, sondern die Bezeichnung für das, worin Wilfrieds Schuh steckt!

Schließlich stehen wir auf einer Forststraße - genauer gesagt, genau in einer Kehre einer Forststraße: nach oben oder nach unten? Genau, Mampfen: im Zweifelsfalle hinauf ... nach einiger Zeit merken wir aber doch, dass es der Holzweg ist und schießen immerhin 300 hm nach unten in den Kesselwaldgraben (nomen est omen).

Dann scharf rechts, über eine Brücke, einem entgegenkommenden Auto ausgewichen und plötzlich steht die letzte Herausforderung des Tages wie eine Mauer vor uns. WIRKLICH steil, kaum zu glauben - aber immerhin asphaltiert ist sie, die Straße, der wir ab jetzt 400 hm zu folgen haben. Wilfried spielt wieder einmal "leichtfüßiger Spanier" und zeigt uns wo Gott wohnt - mitzuhalten fällt auch Herbert und mir schwer!

Dann oben im Gasthof Starhand die verdiente Hüttenidylle: eine raue aber herzliche Wirtin (die doofen Viechermörder verschwinden zum Glück bald), ein einfaches Zimmer bzw. Matratzenlager, Licht aus einer Solaranlage, ein Waschbecken mit kaltem Wasser anstelle einer Dusche, Polenta, Käse, Gulasch, Palatschinken ("Buam, i sog's eich: a Beagkechin miassts nemma - de kenan kochn") und später dann Rotwein ... ein Abend ganz nach meinem Geschmack!

 

© Manfred Widmann

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