Bhf. Vöcklabruck (440 m) -
Schörfling - Weyregg (482 m) - Häfel Bg. (715 m) - Gahbg. (863 m) - Hongar (943 m) -
Kronberg (815 m) - Pinsdorf - Bhf. Gmunden (479 m): 62 km, 1350 hm, 3:30
reine Fahrzeit
Wer Lust hat, eine wirklich schöne MTB-Runde im Oberösterreichischen
Salzkammergut ganz ohne Auto zu drehen, der sollte
vielleicht einmal Folgendes versuchen!

Klicken Sie auf den Auszug aus der Wanderkarte WK284 um ihn zu vergrößern oder hier, für
die Anzeige eines unmarkierten Auszuges!
Die Tour beginnt am Bahnhof Vöcklabruck - an der Westbahnstrecke gelegen, findet man
sicher schnell den individuell passenden Zug bei der ÖBB.
Und schon hat man die Qual der Wahl: den ersten (Strassen)Kilometern ausweichen und per
Privatbahn nach Schörfling? Oder doch lieber Einrollen und mit eigener Muskelkraft zum
ersten Teilziel? Obwohl man sich etwa 11 km Strampelei ersparen würde, haben wir uns
fürs Strampeln entschieden ...
Der Weg bis zum bergigen Beginn etwa 3 km vor Weyregg sollte kein Problem sein ... an
der Abzweigung zum Atterseer Ostwanderweg (Schild: "W / Weyregg") nach links
werden allerdings schon viele vorbeigefahren sein. Als Orientierung mag auch jenes
Fahrverbotsschild dienen, dass ein dort ansässiger Hausbesitzer aufgestellt hat; wir
haben ihn nach dem Grund gefragt: viele MTBler kamen an seiner Grundgrenze zu Sturz, was
permanent die Rodung seines lebenden Zaunes zur Folge hatte - also bitte: einfach
befolgen! Sie werden noch genug zum Treten kommen ... wetten?!
Ist man erst einmal auf dem Ostwanderweg, geht's rasch zur Sache. Der Häfelberg mit
seinen auf den ersten Blick bescheidenen 715 m will erst einmal geknackt sein. In
teilweise wirklich (zu?) engen Serpentinen schlängelt sich der Weg in ganz akzeptabler
Steigung bis zum Gipfel, an dem wohl jeder gerne mal in seine Banane beißt.
Dann geht's leicht abschüssig auf markiertem Weg weiter Richtung Gahberg. Das mit dem
"abschüssig" hat sich dann aber bald einmal: kurz nachdem man (von rechts) auf
einer Forststraße "gelandet" ist, und diese nach etwa 100 m auch schon wieder
nach rechts verlassen hat (Achtung: genau an dieser Stelle, die nicht gerade bestens
markiert ist, hat sich der Autor schon einmal ganz gewaltig verfahren - was zu einer
mittleren Kletterei im Wald geführt hat), gibt die Tour schon wieder so richtig
"Gas".
Ob man den Anstieg dort "packt" hängt (abgesehen vom Quadriceps =
Oberschenkelmuskel) unter anderem auch von der Witterung ab: hat es vor kurzem geregnet,
so verwandelt sich der Lehm dort in einen wirklich rutschigen Untergrund. Zusammen mit der
Steilheit des Geländes oft Grund genug, diese Stelle per pedes zu meistern.
Etwas weiter oben ist es dann wohl selbst für die "Luttes" unter Ihnen
vorbei: zu steil und unwegsam wird das Gelände und eine kurze Schiebestrecke (10 - 15
Min.) steht an, bevor man direkt am Gahberg den Wald verlässt. Wer schon genug hat, dem
sei der Trial über den Ostwanderweg nach Weyregg empfohlen ...
Die Fahrt geht weiter in Richtung Gahberg-Kapelle (höhengleich) und ab da auf Asfalt
steil bergab. Doch Vorsicht: nicht die Abzweigung des Wanderweges 6 nach links verpassen
...
Das dortige Fahrverbot für die Forststrasse kann man getrost ignorieren - wir
verwenden diese nur etwa 50 m, bevor wir auf den (zu Beginn unfahrbaren) Wanderweg nach
rechts abzweigen.
Die Anstiege sind teilweise wirklich harte Nüsse, die erst einmal geknackt werden
müssen - doch dann geht es über wunderschöne Almwiesen, vorbei an (meist) friedlichen
Kühen, beinahe höhengleich zum "Wirtshaus Schwarzer Hongar" - biken at it's
best! Hier ein kleiner Tipp: testen sie dort den Marmorkuchen - ein Gedicht (und ein
großes noch dazu)!
Dann die letzten paar Höhenmeter und man kann das "rauffahren" so gut wie
abstempeln - von nun an geht's bergab! Doch keine Bange: das Salzkammergut beweist uns,
dass auch Bergabfahren eine Herausforderung sein kann. Bis zum Kronberg ist ja alles noch
eine "gmahde Wiesn", dann wird's allerdings sehr "trialig"! Weniger
mutigen (oder vielleicht von den 1300 Höhenmetern bereits angeschlagenen) Bikern sei der
Weg Richtung Wirtshaus Kronberg in Verbindung mit einer Menge Downhill-Spaß auf der (hier
nicht gesperrten) Forststrasse empfohlen.
Alle anderen: mir nach: nicht nach rechts, sondern geradeaus - nein, nicht gerade ins
Verderben, aber wild wird's schon! Und keine Bange: auch wenn der Weg kaum mehr im hohen
Gras auszumachen ist und keine Markierung mehr zu finden ist: die Schneise ist wirklich
richtig (auch wir haben einmal umgedreht und nach einer Alternative gesucht).
Dank des längst versenkten Sattels bewältigen wir den Downhill mit weit nach hinten
gestrecktem "Schwerpunkt" (sprich: "Hintern" hinter den Sattel, sonst
geht's ab die Post über die Lenkstange); mehr als einmal hatte ich einen Kloß in der
Größe der Marillenknödel meiner Oma im Hals ...trotzdem: solchen Spaß erlebt man sonst
eigentlich nur am Gardasee - aber das ist bekanntlich wirklich eine andere Geschichte!
In Innergrub "spuckt" einem der Berg (Originaltour hin, Variante her) wieder
aus - ordentlich zerkaut höchstwahrscheinlich , denn die Tour hat's wirklich in sich
gehabt! Da ist der wirklich allerallerallerletzte Anstieg auf Asfalt schon fast eine
Wohltat - und dann erst die Fahrt auf leicht abschüssiger Strasse über Pinsdorf nach
Gmunden: pah, da ist ja Autofahren anstrengender!
Wer noch Zeit hat, sollte vor der Abfahrt vom Bhf. Gmunden (an dem man übrigens direkt
vorbei kommt) nach Attnang/Puchheim (an der Westbahnstrecke gelegen) schon noch ein Eis an
der Seepromenade genießen, und sich und sein dreckverkrustetes Bike (nur das?) dort ein
wenig zur Schau stellen! Die Allgemeinheit will ja schließlich unterhalten werden ... |