| Linz ist von weiten Teilen Oberösterreichs mit der Bahn ja
bestens erreichbar und seit a) fast jeder Zug in Österreich
Fahrräder transportiert und b) dieser Transport ganze 80 Cent
kostet, hat Linz gute Chancen neben Landeshauptstadt auch Bikehauptstadt zu werden. Die
Anreise kann also problemlos, stressfrei und umweltschonend
stattfinden ... Starten wir mit unserer geistigen Runde gleich mit der Hausstrecke aller Linzer Biker: der
Gis! Es führen ja bestimmt an die 20 Streckenvarianten zur Gisela
Warte, aber mein persönlicher Lieblingsweg geht eindeutig über
den Gründberghof und den WW 140: schon der Beginn ist "challenging",
man bewegt sich die meiste Zeit auf unbefestigten Wanderwegen und
der Schluss (nach der letzten Kehre der Straße) ist mit den Schlüsselstellen
"Wurzelweg" und "Kriterium" ebenfalls eine
Herausforderung, wo man sich knapp an der Grenze des Fahrbaren
bewegt und wirklich jubeln darf, wenn man es ohne Fuß am Boden
geschafft hat.
Nach etwa 45' Auffahrt (knapp an meiner Bestzeit: was ist deine? Mail
me!) verlassen wir die ausgetretenen Pfade und fahren auf dem WW
140 / 109 weiter nach Norden: und - oh Wunder - warum haben wir das
noch nie mitgenommen? Alles bestens markierte Pfade, Asphalt
wirklich nur zum Überqueren und bis
Untergeng erst einmal ein wunderschöner Downhill.
Dann ein paar kurze Asphalt-Passagen und schon wieder geht's ab
in die Büsche: rauf zur Burgruine Lobenstein und dann wieder runter
nach Oberneukirchen. Dort ist ein wenig Vorsicht angesagt: zu leicht
verliert man hier den WW 109 - am besten den Dorfplatz entlang
rollen
und die Einfahrt nach Norden suchen!
Ab "Oberneu" ist der Weg wie das Leben - mal ein wenig
rauf und mal ein wenig runter: beim Biken geht das aber ganz schön auf die
Kondi! Mir zumindest ist ein ordentlicher Anstieg lieber - da kann
man den "Tempomat" einstellen und treten, bis die
Schenkerl qualmen! Auf alle Fälle landet man einige Kilometer
später bei der sog. Waldschenke und kann ab dort - auf dem WW 105,
den Nordkammwanderweg übrigens - die letzten 300 ziemlich steilen
Höhenmeter auf den Sternstein angehen. Als Abfahrt ein besonderes
Zuckerl: Skipisten sind ja immer etwas ganz besonderes - nicht nur
im Winter: auch im Sommer mit dem Bike ein wirklicher Spaß!
Nach gut der Hälfte der Strecke und etwa 2/3 der Höhenmeter hat
man sich eine Pause verdient und kann beim "besten Lebzelter
des Mühlviertels", der Konditorei Kastner, Bad Leonfelden eine
kurze Rast einlegen, bevor man sich den WW 160 sucht (und diesen bis
Linz nicht mehr verlässt).
Wer gedacht hat, dass es ab jetzt nur mehr "nach unten"
geht, der hat die Süd-Richtung auf der Karte mit dem Höhenprofil
der Tour verwechselt: bis Hellmonsödt fährt man zwar durch die schönste
Gegend, wird aber durch beständige "Ups and Downs" ganz
schön gefordert ... ich war zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall
schon ziemlich angepeckt und hab nur mehr aus Vorfreude auf
Bekanntes meine Reserven mobilisiert!
Ab Hellmonsödt dann Spaß pur: für mich DER Downhill der Gegend
überhaupt, der wirklich keine Wünsche offen lässt und fast 600
Höhenmeter Hi-Speed bedeutet. Aber Vorsicht: so gut alle Wege bis
hierher beschildert und markiert sind, so schlecht schaut es mit der
Markierung ab Hellmonsödt aus - aber wahrscheinlich kennst du den
"Oberbairinger Downhill" ja sowieso ...
Unten in St. Magdalena dann vor der Kreuzung noch der Speed-Test,
wo du die "Max"-Anzeige deines Fahrradcomputers noch
"ordentlich" setzen kannst ... und dann evtl. noch über
den Donauradweg zum Hauptplatz rollen und dort auf einen Kaffee ins
"Cafe Garda" (sic!) gehen - und man hat wirklich etwas
getan. P.S.: für mich war der Radtag damit noch nicht ganz
beendet: ich habe mir einen Treffpunkt am Badesee Oedt (bei Traun)
ausgemacht und bin dann (alles bei kräftigem Gegenwind wg. eines
herannahenden Gewitters) gemeinsam mit Elke auch noch am Traunradweg
nach Wels gefahren - letztendlich etwa 120 km und 1900
Höhenmeter .... was soll ich sagen: die Spaghetti waren wunderbar
und Richard Virenque (hat heute die 14. Etappe der Tour de France
2002 auf den Mont Ventoux gewonnen) musste sich sicher noch
mehr plagen - aber mir hat es trotzdem gereicht! |